Humanitas activa e. V.

Kinderhilfe Afghanistan - Vortrag von Dr. Erös an Bonner Uni am 27.09.2012, 19 Uhr

In der Sendung KONTROVERS im Deutschland-Radio fand am 03.12.2012 ein politisches Streitgespräch mit Studiogästen und Hörern von 10.10 - 11.30 Uhr statt.
Thema:
„10 Jahre Krieg und kein Ende – Warum sollen deutsche Soldaten weiter in Afghanistan bleiben?

Studiogäste :
Dr. Markus Kaim, Leiter der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik der Stiftung Wissenschaft und Politik
Johannes Pflug, SPD-MdB, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und Afghanistan-Experte
Dr. Reinhard Erös, Oberstarzt der Bundeswehr a.D, Kinderhilfe-Afghanistan

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„Ich führe meinen eigenen Krieg, den Krieg um die Köpfe der Jugend“

Dr. Reinhard Erös, Oberstarzt der Bundeswehr a. D., berichtete am 27.09.2012, 19.00 Uhr im Uni-Club Bonn, Konviktstr. 9, 53113 Bonn, über die sicherheitspolitische und humanitäre Situation in Afghanistan und stellt dabei auch seine Familienintiative „Kinderhilfe Afghanistan“ vor.

Der ehemalige Berufssoldat, Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, ausgezeichnet u.a. mit dem Europäischen Sozialpreis, dem Marion-Dönhoff-Preis, der Theodor-Heuss-Medaille und dem Bayerischen Verdienstorden lehnt den Militäreinsatz der NATO am Hindukusch entschieden ab.

Bereits 1986 ließ sich der Bundeswehrarzt Erös für fünf Jahre unbezahlt beurlauben und ging erstmals nach Afghanistan, um während der sowjetischen Besatzung die Dorfbewohner ärztlich zu versorgen.
Nach seinem vorzeitigen Ausscheiden aus der Bundeswehr 2002 leistet Erös Aufbauhilfe in dem von Krieg schwer gezeichneten Land. Er baut und betreibt in den ehemaligen Talibanhochburgen Süd-Ost-Afghanistans Krankenstationen, zwei Dutzend Schulen vor allem für Mädchen, Berufsausbildungszentren und Waisenhäuser. Seit Mai 2011 entsteht unter seiner Verantwortung die erste Deutsch-Afghanische Universität in der besonders gefährdeten Ost-Provinz Laghman.

Eine große deutsche Tageszeitung bezeichnet seine Arbeit als die „wohl effizienteste Hilfe beim Wiederaufbau“.

Erös will vor allem die afghanischen Kinder vor dem islamistischen Fundamentalismus bewahren und ihnen durch seine Projekte eine Zukunftsperspektive bieten. Seine Mädchen- und Friedensschulen sind das Gegenstück zu den radikalen Koranschulen in Pakistan.

Bildung ist die beste Waffe im Kampf gegen den Terrorismus. Afghanistan braucht vor allem eine gut ausgebildete Jugend mit einer Berufs-und positiven Lebensperspektive.“

Der Afghanistan-Experte besuchte seit 2002 mehrere Hundert Schulen und Universitäten und hielt weltweit 2500 Vorträge, um für sein Projekt Afghanistan zu werben.